Vor der Operation · Checkliste
Vorbereitung auf die Stoma-OP: Checkliste, Kliniktasche und was du vorher klären kannst
Die Stoma-OP steht fest, und du willst gut vorbereitet sein. Hier findest du die Fragen fürs Aufklärungsgespräch, was bei der Stomamarkierung passiert, was in die Kliniktasche gehört, was du zu Hause vorbereitest und welche Unterstützung dir in Deutschland zusteht.

Zur Vorbereitung auf die Stoma-OP gehören vier Dinge: im Aufklärungsgespräch alle Fragen stellen, das Stoma vorher von der Stomatherapeutin anzeichnen lassen, eine Kliniktasche mit weicher, hoch geschnittener Kleidung packen und klären, wer dich nach der Entlassung mit Stomaversorgung auf Rezept beliefert. Beutel und Platten stellt das Krankenhaus; du musst nichts selbst kaufen.
- 1 Markierungzeigt vorher, wo dein Stoma sitzen wird
- 0 € vorabdie ersten Beutel stellt das Krankenhaus
- max. 10 €Zuzahlung im Monat für die Stomaversorgung
- Rehanach großen Darm-OPs oft möglich
Das Gespräch vor der OP: Fragen, die du stellen kannst
Wenn feststeht, dass du ein Stoma bekommst, ist es normal, dass dir der Kopf schwirrt. Das Aufklärungsgespräch mit deiner Chirurgin ist der beste Moment, um alles zu fragen. Schreib deine Fragen vorher auf und nimm, wenn du magst, jemanden mit.
- Welche Art von Stoma bekomme ich: Ileostoma, Kolostoma oder Urostoma?
- Ist das Stoma vorübergehend oder dauerhaft, und wann wäre eine Rückverlegung möglich?
- Wie lange werde ich voraussichtlich im Krankenhaus bleiben?
- Wann lerne ich die Stomatherapeutin kennen, und wird mein Stoma vorher angezeichnet?
- Was muss ich vor der OP essen, trinken oder an Medikamenten weglassen?
- Bekomme ich danach eine Anschlussheilbehandlung (Reha)?
Welche Stomaarten es gibt und wie sie sich unterscheiden, erklärt unser Ratgeber Ileostomie, Kolostomie und Urostomie. Ob ein Stoma vorübergehend bleibt, steht im Ratgeber temporäres oder permanentes Stoma.
Gratis-Guide · Ein Geschenk von SIIL
Der SIIL Ernährungs-Guide bei Stoma — kostenlos für dich
Praktische Informationen zu Ernährung und Flüssigkeitszufuhr im Alltag mit einem Stoma.
Lieber als PDF ins Postfach? Per E-Mail erhalten.
Die Stomamarkierung: wo dein Stoma sitzen wird
Wenn die OP geplant ist, zeichnet eine Stomatherapeutin vorher die Stelle für dein Stoma auf dem Bauch an. Diese Stomamarkierung ist einer der wichtigsten Schritte, denn ein gut platziertes Stoma lässt sich später viel leichter versorgen.
Im Stehen, Sitzen und Liegen
Die Stelle wird so gewählt, dass sie in jeder Haltung gut sichtbar bleibt und nicht in einer Bauchfalte, an einer Narbe oder am Hüftknochen liegt.
Deine Kleidung zählt
Sag, wo du deine Hosen und Röcke normalerweise trägst. Viele bringen ihre Lieblingshose mit, damit das Stoma nicht genau unter dem Bund landet.
Sport und Beruf
Erzähl, was du gern machst und wie du arbeitest. Wer viel sitzt, Sport treibt oder einen Gürtel trägt, braucht vielleicht eine etwas andere Stelle.
Bei einer Notfall-OP ist eine Markierung nicht immer möglich. Dann hilft dir die Stomatherapeutin danach umso mehr bei der passenden Versorgung.
Was in die Kliniktasche gehört
Nach der OP ist dein Bauch empfindlich, und das Stoma ist am Anfang geschwollen. Deshalb zählt vor allem eins: weiche Kleidung, die nirgends drückt.
- Weite Jogginghosen oder Pyjamahosen mit weichem Bund, der über oder unter dem Stoma sitzt
- Unterwäsche, die hoch geschnitten ist oder eine Nummer größer, damit nichts auf Narbe und Stoma reibt
- Lockere Oberteile oder ein Nachthemd und eine Strickjacke
- Rutschfeste Hausschuhe für die ersten Schritte auf dem Flur
- Ein langes Ladekabel, Kopfhörer und etwas zum Lesen
- Einen kleinen Handspiegel, um das Stoma beim Beutelwechsel besser zu sehen
- Notizblock für Fragen an die Stomatherapeutin und die Ärztinnen
- Versichertenkarte, Medikamentenliste und Einweisung

Die ersten Beutel und Platten bekommst du im Krankenhaus. Du musst keine eigene Stomaversorgung mitbringen.
Zu Hause vorbereiten
Ein paar Dinge kannst du vor der OP erledigen, damit der Start zu Hause entspannter wird:
- Versorgung klären: Meist organisiert das Krankenhaus oder die Stomatherapeutin vor der Entlassung einen Versorger (Homecare-Unternehmen oder Sanitätshaus), der dir Beutel und Zubehör auf Rezept nach Hause liefert. Frag nach, wer das bei dir übernimmt. Was die Krankenkasse zahlt, steht in unserem Ratgeber Übernimmt die Krankenkasse Stomaprodukte?
- Ein Wechselplatz im Bad: Eine Ablage auf Hüfthöhe, ein Spiegel, Entsorgungsbeutel und weiche Tücher machen den Beutelwechsel einfacher.
- Für die ersten Wochen planen: Schweres Heben ist nach einer Bauch-OP eine Weile tabu. Bitte jemanden, beim Einkaufen, Wäsche und Getränkekisten zu helfen.
- Essen vorkochen: Leichte, gut verträgliche Gerichte im Gefrierfach sind nach der Entlassung Gold wert. Was am Anfang gut bekommt, steht in unserem Ratgeber Ernährung bei Stoma.
- Bett schützen: Eine waschbare Matratzenauflage nimmt die Sorge vor einem nächtlichen Missgeschick in den ersten Wochen.
Rechte und Unterstützung in Deutschland
- Stomaversorgung auf Rezept: Beutel, Platten und Zubehör sind Hilfsmittel. Du zahlst nur die gesetzliche Zuzahlung von 10 %, höchstens 10 € im Monat.
- Anschlussheilbehandlung: Nach einer größeren Darm-OP wird oft eine Reha angeboten. Der Sozialdienst im Krankenhaus hilft beim Antrag.
- Schwerbehindertenausweis: Mit einem Stoma kannst du beim Versorgungsamt einen Grad der Behinderung beantragen. Was das bedeutet, erklärt unser Ratgeber Gilt ein Stomabeutel als Behinderung?
- Austausch: Die Deutsche ILCO vermittelt Gespräche mit Menschen, die schon länger ein Stoma haben, oft noch vor der OP. Mehr unter Selbsthilfegruppen für Stoma in Deutschland.
Gefühle vor der OP
Angst, Wut, Erleichterung oder alles auf einmal: Vor einer Stoma-OP ist jedes Gefühl erlaubt. Viele haben Sorge, dass man den Beutel sieht oder dass sie sich anders fühlen. Die meisten merken nach einigen Wochen, dass der Alltag wieder ihr eigener ist. Was andere vor der OP gefürchtet haben und wie es dann wirklich war, liest du in unserem Beitrag Angst vor der Stomaoperation.

Was nach der OP auf dich zukommt, Woche für Woche, beschreibt unser Ratgeber Leben nach einer Stoma-Operation.
Vorbereitung auf die Stoma-OP: deine Fragen
Wie bereite ich mich auf eine Stoma-OP vor?
Stell im Aufklärungsgespräch alle Fragen, lass dein Stoma vorher von der Stomatherapeutin anzeichnen, pack eine Kliniktasche mit weicher, hoch geschnittener Kleidung und kläre, wer dich nach der Entlassung mit Stomaversorgung beliefert und im Alltag unterstützt.
Was ist eine Stomamarkierung?
Bei der Stomamarkierung zeichnet eine Stomatherapeutin vor der OP die beste Stelle für das Stoma auf dem Bauch an. Sie prüft das im Stehen, Sitzen und Liegen, damit das Stoma später gut zu sehen und zu versorgen ist und nicht unter dem Hosenbund liegt.
Was soll ich zur Stoma-OP ins Krankenhaus mitnehmen?
Weiche Hosen mit lockerem Bund, hoch geschnittene oder etwas größere Unterwäsche, lockere Oberteile, rutschfeste Hausschuhe, ein langes Ladekabel, einen kleinen Spiegel, einen Notizblock sowie Versichertenkarte und Medikamentenliste. Beutel und Platten stellt das Krankenhaus.
Wie lange bleibt man nach einer Stoma-OP im Krankenhaus?
Das hängt vom Eingriff und deiner Erholung ab. Oft sind es etwa eine Woche, manchmal mehr. In dieser Zeit lernst du mit der Stomatherapeutin, den Beutel zu leeren und zu wechseln.
Muss ich vor der OP eigene Stomabeutel kaufen?
Nein. Die ersten Beutel bekommst du im Krankenhaus, und danach liefert ein Versorger die Stomaversorgung auf Rezept. Du zahlst nur die gesetzliche Zuzahlung von höchstens 10 € im Monat.
Was ziehe ich nach der Stoma-OP an?
In den ersten Wochen am besten weiche Jogginghosen, Kleider und lockere Oberteile, deren Bund nicht auf Stoma oder Narbe drückt. Wenn alles verheilt ist, halten hoch geschnittene Stoma-Höschen oder eine weiche Stomabandage den Beutel flach am Körper.
Kann ich vor der OP mit jemandem sprechen, der ein Stoma hat?
Ja. Die Deutsche ILCO vermittelt Gespräche mit erfahrenen Stomaträgerinnen und Stomaträgern, oft schon vor der OP. Frag auch deine Stomatherapeutin nach Kontakten.
Bekomme ich nach der Stoma-OP eine Reha?
Nach größeren Darmoperationen wird häufig eine Anschlussheilbehandlung angeboten. Der Sozialdienst im Krankenhaus hilft dir beim Antrag und bei der Wahl der Klinik.
Quellen und weiterführende Informationen
- Deutsche ILCO
- FgSKW – Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde
- Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
- NHS: Colostomy (englisch)
Geschrieben von María G. für SIIL Ostomy.
Handverlesen für das, was du gerade gelesen hast
Willkommensangebot
Geschichten, Tipps und exklusive Drops — einmal im Monat, niemals Spam. Dein Code kommt sofort in dein Postfach.
Mit der Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung. Abmeldung jederzeit mit einem Klick.


